Irgendwann kommt er, der Alltag.

Wann immer ich zwischen 2009 und 2012 in eine neue Gegend kam, bedeutete das meistens auch neue Arbeit und neue Herausforderungen. Allerdings fand ich auch jedes mal einen guten Grund das weite zu suchen..wurde das Leben zu einseitig, bin ich weiter gezogen, gab es keine Arbeit mehr, bin ich weiter gezogen, hat sich das Wetter verschlechtert oder das Fernweh gerufen bin ich weiter gezogen, ist das Visum abgelaufen... In Kyoto angekommen wusste ich dass es anders werden würde. Wie auch schon vorher war eine Arbeit relativ schnell gefunden, nur dass ich dieses mal gebunden war. Mit Maiko an meiner Seite und mit einem Zuhause ohne Räder lies sich schlecht weiter ziehen. Und so wurden die Tage, anfangs noch vom Neuen und Aufregenden versuesst, immer ähnlicher. Bis mir dass erste mal das Wort Alltag wider in den Sinn kam.

24.4.15 16:25, kommentieren

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Himmel und Hölle

Kommt man zwischen Ende März und Anfang April nach Kyoto, verzaubert den Besucher das angenehme Frühlings Wetter, die Kirschbäume, sowie die Menschen, die müde vom Winter, hienaus gehen und das traditionelle "hannami" (Blumen anschauen) zelebrieren. Dabei wird sich ein schoener Platz in der Nähe eines noch schöneren Kirschbaumes gesucht, sich auf eine Decke mit Freunden und Familie darunter gesetzt, gegessen und getrunken (nicht selten Unmengen von Alkohol). Der traditionelle Gedanke ist eher Buddhistischer Natur und soll die Menschen daran erinnern dass alles vergänglich ist, sogar die wunderschöne Kirschblüte, die nach ein paar Tagen stolzen Blühens ihre Blaetter zunehmend an den Wind verliert. Das ist sicher fuer viele Japaner und nicht Japaner die schönste Zeit des Jahres. Mein erster Besuch in Japan fiel direkt in diese Zeit, wo sich das Land der aufgehenden Sonne von seiner besten Seite zeigte... Wenn das Wetter zentral europas im Juli und im August die Einwohner des alten Kontinents mit warmen Temperaturen und langen Sonnentagen verwöhnt, ist in Kyoto, in einem nicht Klimatisierten Raum, schon der Gang zur Toilette eine schweisstreibende Angelegenheit. Hunde die noch im Winter vom "Herrchen" fein rausgeputzt, von einem Anzug gewärmt, durch die Stadt schwänzelten, tragen im Sommer meistens gezwungenermassen einen Kurzhaarschnitt. Es war der 16.08.2012 als ich das 2. mal in Japan einflog. Ich wusste dass es im Sommer etwas waermer als in Europa werden würde, aber das!? Nein, das war schwer vorstellbar.

22.4.15 07:55, kommentieren